Partnergemeinde

Unsere Partnergemeinde Soultzmatt-Wintzfelden liegt im Département Haut-Rhin im Elsass in Frankreich. Soultzmatt liegt auf 280 m Höhe eingebettet in ein schönes Tal am Ostrand der hohen Vogesen, das sich 22 km südlich von Colmar und 31 km nördlich von Mulhouse von Osten nach Westen in den „Parc Naturel Regional des Ballons des Vosges“ erstreckt.

Im Norden wird die Ortschaft von dem z.T. bekannten Weinlagen „Zinnkoepfle“ und „Heidenberg“ überragt, im Süden vom „Pfingstberg“. Soultzmatt, die Hauptgemeinde, liegt kurz nach dem Taleingang.

Weiterhin gibt es den Ortsteil „Wintzfelden“, der in einem höher gelegenen Teil des Tales in 350 m Höhe liegt, das sich hier zu einem weiten Kessel öffnet. In diesem Kessel liegt als weitere Nachbargemeinde noch Osenbach.

Außerhalb des Tales sind in der Rheinebene die nächstgelegenen Ortschaften Westhalten und Ruoffach. Vom hochgelegenen Teil des Tales gibt es Passverbindungen zur benachbarten Vallee de Guebwiller und über den Col du Firstplan zur bekannten Vallee de Munster.

Soultzmatt umfasst eine Fläche von 1.957 ha. Hiervon bestehen 1.187 ha aus Waldflächen, weitere 560 ha bestehen aus Wiesen und Feldern. 225 ha werden für Weinbau genutzt, davon 30 ha klassifiziert als Grand-Cru-Lagen. Die Gemeinde zählt ca. 2.200 Einwohner, von denen ca. 530 in Wintzfelden leben.

Die neueste Attraktion: Mit dem „Le Paradis des Sources“ besitzt Soultzmatt ein Cabaret der Spitzenklasse. Gesangsdarbietungen, Chansons, Musicals, Akrobatik, Zauberkünstler und ein Ballet, das Jacques Offenbach sehr gefallen hätte und das sicher auch im „Moulin Rouge“ großen Beifall fände. Unter www.leparadisdessources.com können Sie sich einen Eindruck von dem großartigen Ambiente verschaffen.

  • Kloster St. Marc und Schauenberg
  • Ruinen der Siedlung Schwarzenthann in Wintzfelden mit alten Steinsarkophagen
  • Petit Ballon (kleiner Belchen) mit Boenlesgrab
  • Tal von Guebviller mit Abteiruine Murbach
  • Munstertal, Herkunftsort des Munsterkäse
  • Route des Cretes – Straße der Zinnen mit steinernen Sehenswürdigkeiten aus Natur und Kultur
  • Colmar mit Unterlindenmuseum und Altstadt
  • Riquewihr mit mittelalterlichen Stadtkern
  • Mulhouse mit Auto- und Eisenbahnmuseum

Soultzmatt

Der Name der Gemeinde Soultzmatt leitet sich wahrscheinlich ab von einer Quelle, die saures und salziges Wasser fördert, das in früheren Zeiten aus den Wiesen einen Salzsumpf machte: Soultz – Salz, matt – Wiese.

Das Tal wurde von einer beträchtlichen Zahl von adligen Familien bewohnt, daher rührt auch der Name „Vallee noble“ (vallis pränobilis) – Tal der Adligen. Es gab sechs Schlossbauten: Zilhausen (1440), Wassersteltzen (1557), Rudisburg, Blumenstein (1254), Breitenburg (1442) und Wagenbourg. Letzteres stammt aus dem 15. Jahrhundert und steht heute noch in der Ortschaft Soultzmatt.

Wintzfelden

Namensgeber der Siedlung soll ein Mönch Wingold aus der Abtei Lautenbach gewesen sein, nach dem der Ort früher auch Wingoldsfelden (Felder des Wingold) genannt wurde.

Es heißt er ließ an dieser Stelle Wälder roden und das Land urbar machen. Wuntzfelden steht seinerseits auf den Resten einer verschwundenen Siedlung namens Thannwiller.

Der heutige Ort liegt hoch auf einer weiten Lichtung, umgeben von bewaldeten Hügeln. Wander- und Reitwege erschließen die Umgebung, auch Mountainbiker finden gute Vorraussetzungen und sind gerne gesehen.

Vom Zinnkoepfle hat man einen herrlichen Überblick über das Tal und die umgebenden Höhenzüge. Granit und Vogesensandstein schaffen steile bewaldete Hangprofile mit Eichen, Buchen, Birken und Fichten als Baumbestand wie z.B. beim Heidenberg oder Pfingstberg.

Der Zinnkoepfle hingegen eignet sich mit seinen exponierten Ost- und Südlagen hervorragend für den Weinanbau. Sein Boden mit einer Mischung aus Kalk, Sand und Ton erweist sich hierbei als besonderer Glücksfall. Beim Mannstein, Glatteisen oder Breitenberg hat man eher den Eindruck von Hügeln mit behäbiger runder Form – hier handelt es sich um Ablagerungen aus Flussschotter, Sand und Ton.

Auch hier wird Wein angebaut, wobei dieser Boden eher gewöhnliche Qualitäten hervorbringt. Zur Rheinebene erstreckt sich ein Keil aus Juragestein, der fruchtbarem Lösslehm bedeckt ist, einem hervorragenden Ackerboden.

Geologische Besonderheit des Tales ist die bereits oben erwähnte Mineralwasserquelle, die dem Hauptort den Namen gab, und deren Wasser bis heute abgefüllt und als „Sources de Soultzmatt“ verkauft wird. Der Betreiber bietet für Interessierte Führungen durch die Abfüllanlage an.

Klima

Soultzmatt liegt geschützt vor feuchten Westwinden vor den Bergzügen der hohen Vogesen mit Grand Ballon und Petit Ballon (die französischen „Belchen“) und unterliegt in dieser Lage einem besonderen Mikroklima. Im Schutz des Gebirges sind hier Niederschläge eher selten.

Im Herbst scheint häufig auf den umliegenden Höhenzügen die Sonne, während dichter Nebel den Talboden bedeckt und die Gemeinde einhüllt. Der Verlauf der mittleren Jahrestemperaturen und kaltem Winter, die Temperaturverhältnisse entsprechen denen der Gegend von Bordeaux, wohingegen die Niederschlagsmengen vergleichbar sind mit dem französischen Süden um Perpignan.

In der warmen Jahreszeit sind Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen möglich, die Schlamm und Geröllmassen ins Tal spülen. Ein entsprechend denkwürdiger Tag war für die Gemeinde der 20. Juni 1957 mit einem schweren Unwetter.

Vegetation

Die Bergkappen rund um Soultzmatt sind von Wäldern bedeckt. An exponierten Hängen reifen Kirschen, Zwetschgen und Mirabellen und liefern prächtige Ernten, nicht zuletzt zur Herstellung von hoch geschätzten Obstbränden. Das milde Klima lässt in den Gärten Aprikosen-, Mandel-, Zitronen-, Orangen- und Lorbeerbäume gedeihen.

Den Hauptreichtum der Gegend macht jedoch der Weinbau aus. Die geringen Niederschläge und das trockene Mikroklima speziell des Zinnkoepfle begünstigen das Gedeihen von Weinstöcken. Weiterhin ist die Vallee noble häufiger von warmen, trockenen und fönartigen Fallwinden betroffen.

Da das Tal im Winter vor kalten Nordwinden geschützt liegt, wirken sich starke Fröste hier weniger aus. Somit finden sich in mehrfacher Hinsicht beste Voraussetzungen für den Anbau von Reben. In den Lagen von Soultzmatt sind alle gängigen Rebsorten des Elsass vertreten: Silvaner, Pinot Blanc, Pinot Gris (Tokayer), Gewürztraminer, Pinot Noir und Muscat. Zwei Lagen – Zinnkoepfle und Vorburg – sind klassifiziert mit „Grand Cru“, dies sind nebenbei bemerkt auch die zwei höchstgelegenen Lagen im ganzen Elsass, die mit max. 430 m Höhe diese Klassifizierung erhalten haben.

Ihre Weine – in erster Linie der bekannte Gewürztraminer – sind bereits als junge Weine angenehm und gefällig mit hervorragender Fähigkeit zur Reife und einer Lagerfähigkeit bis hin zu 25 Jahren, womit sie zu den ausgesprochenen Hochklasse-Weinen gehören.

Die Weinbauer bieten in den Sommermonaten geführte Touren durch die Weinberge und die Weinkeller an, wo eine anschließende Weinprobe angeboten wird. Soultzmatt hat mehr al 30 eigenständige Winzer, die ihre Produkte selbst vermarkten. Dazu gibt es die Kelterei Bestheim an dem Weg nach Westhalten, die zu Weinprobe, Ausschank und gastronomischen Genüssen einlädt.

Für diejenigen Besucher, die sich keiner Führung anschließen möchten, gibt es sowohl an den Hängen von Westhalten als auch von Soultzmatt jeweils einen Weinlehrpfad. Der von Soultzmatt streift ausgehend vom Ortskern als Rundgang von ca. 3km Länge die Lagen am Zinnkoepfle und ist mit sieben erläuternden Texttafeln ausgestattet.

Naturfreunde und Wanderer finden in den Tälern, den Wäldern oder in den Weinhängen vielfältige Möglichkeiten zu ausgedehnten Wanderungen. Insbesondere an den Hängen des Zinnkoepfle findet sich hierbei eine fast mediterrane Flora und teilweise einzigartige Fauna: Gottesanbeterinnen leben hier, und eine besondere Grillenart, deren Gesang an südländische Zikaden erinnert („Cicadeta Montana“). In den Wäldern gibt es wilde Orchideen zu entdecken.