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Grenzenlos nachhaltig - restelos essen

Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung ist das Motte der Initiative „Grenzenlos Nachhaltig - restelos essen“. Ziel ist es Bürger für die Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren und über Landesgrenzen hinweg Ideen für mehr Nachhaltigkeit beim Umgang mit Lebensmitteln zu schaffen. Über die Auftaktveranstaltung Anfang Oktober, an der auch die Gemeinde Talheim beteiligt war, sowie die Absichtserklärung, die von vier Pilotkommunen Ludwigsburg, Karlsruhe, Nagold und Talheim unterzeichnet worden ist, wurde im Mitteilungsblatt im vergangenen Jahr berichtet.

Alle vier Gemeinden zeichnen sich durch eine lebhafte Partnerschaft mit französischen Gemeinden aus. Der sehr lebhafte Austausch soll dem Projekt zu Gute kommen, denn Frankreich ist in Sachen Vermeidung von Lebensmittelverschwendung Vorreiter.

Baden-Württemberg  war 2019 das erste Bundesland, welches eine Aktionswoche ausgerufen hat, um auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen. Rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel werden wieder entsorgt; die Hälfte davon allein in Privathaushalten. Ungeplante Mahlzeiten, Impulseinkäufe, falsche Lagerung oder schlicht Unwissenheit können zu Lebensmittelverschwendung führen. Dominik Leverenz von der Universität Stuttgart zeigte durch Erhebungen seines Instituts für Abfallwirtschaft, dass allein eine Sensibilisierung von Lebensmittelverschwendung mit Hilfe eines Wegwerftagebuchs zur Verringerung der Verschwendung führt.

Deshalb möchte die Gemeinde Talheim nun ebenfalls das Thema Lebensmittelrettung mehr in den Fokus nehmen. Wenn Sie sich beteiligen möchten und beispielsweise tolle Rezepte für ein schmackhaftes Resteessen oder Tipps und Tricks rund um das Thema „restelos essen“ weitergeben möchten, dann schreiben Sie uns (per E-Mail an: post@talheim.de oder per Telefon unter 07133/9830-0).

Wir freuen uns auf Ihre Ideen!



Wissenswertes zum Thema

So finden Lebensmittel den richtigen Platz in der Küche

 
Lebensmittel richtig lagern ist eine Wissenschaft. Denn unterschiedliche Lebensmittel haben unterschiedliche Anforderungen. Nicht immer ist der Kühlschrank die beste Wahl. Wer sich in Sachen Lagerung richtig auskennt, kann seine Lebensmittel länger haltbar machen. Wo und wie du Milchprodukte, Brot, Nudeln, Fleisch sowie Obst und Gemüse am besten lagerst, verraten wir hier.
 
Nicht alle Lebensmittel mögen es gleichermaßen kalt, warm, trocken oder feucht. Falsch gelagert, verlieren Nahrungsmittel schneller an Geschmack oder verderben. Um das zu vermeiden, bedarf es neben einer Grundausstattung an Behältnissen auch der notwendigen Kenntnisse in Sachen Lebensmittelaufbewahrung. Wir haben dir die wichtigsten Informationen hierzu kurz und knapp zusammengestellt.
Brot und Backwaren
 
Um Brot länger aufzuheben, sollte es vor dem Austrocknen geschützt sein – zum Beispiel in einem Brotkasten oder Tontopf mit Deckel. Viele lagern Brot allerdings in einer Kunststofftüte. Der Nachteil: Frische Brote werden in der luftdichten Verpackung besonders schnell weich. Bewahre knusprige Backwaren zum baldigen Verzehr daher luftig auf – beispielsweise in der Bäckertüte.
 
Doch nicht nur durch Austrocknen verdirbt Brot. Wenn die Umgebung zu feucht ist und die Luft nicht zirkulieren kann, steigt die Gefahr, dass sich Wasser ansammelt und Schimmel bildet. Schnittbrot bietet Schimmel mehr Angriffsfläche. Kaufe daher lieber Brot am Stück. Im Brotkasten herumliegende Krümel fördern die Schimmelbildung zusätzlich. Entferne diese alle paar Tage und wische den Kasten mit Essigwasser aus. Bei feuchtwarmem Wetter kann Brot notfalls auch mal im Kühlschrank deponiert werden. Gerade Weißbrot ist dann besser vor Schimmel geschützt. Roggenhaltige Backwaren werden bei zu kühlen Temperaturen hingegen schnell altbacken. Im Zweifel können Brot und Brötchen auch ganz problemlos eingefroren und später wieder aufgebacken werden.
 
Milchprodukte
Milcherzeugnisse wie Käse, Butter, Joghurt und Milch gehören in den Kühlschrank. Die Faustregel: Gut verschlossen und am besten originalverpackt, fühlen sich Milchprodukte im mittleren Bereich des Kühlschranks am wohlsten.
 
Käse mag es luftig und feucht, jedoch nicht zu kalt. Im mittleren Fach des Kühlschranks herrscht die optimale Temperatur. Damit sich Gerüche nicht vermischen und Edelschimmel nicht auf Hartkäse übergreift, verpacke jeden Käse separat, zum Beispiel in Butterbrotpapier.
 
Auch Parmesan ist in ein Stück Papier oder ein Leinentuch gewickelt länger haltbar. Ein wenig weißlicher Schimmel ist kein Grund für die Tonne. Schneide die befallene Stelle einfach großzügig weg, den Rest kannst du getrost genießen.
 
Käse am Stück kannst du bis zu drei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Damit er saftig und lecker bleibt, tränke ein sauberes Geschirrtuch in Salzwasser, wringe es gut aus und schlage den Käse darin ein. Diesen Vorgang solltest du möglichst alle zwei Tage wiederholen.
 
Käsescheiben oder Frischkäse wollen innerhalb einer Woche gegessen werden. Sie trocknen bei geöffneter Verpackung schnell aus und verlieren ihr Aroma.
 
Milch gibt es in verschiedenen Sorten zu kaufen. Es gibt unterschiedliche Verfahren, die die Haltbarkeit der empfindlichen Milcherzeugnisse verlängern. Beispielsweise wird Milch wärmebehandelt, also pasteurisiert, und Schmelzkäse mit Konservierungsstoffen versetzt. Sauermilchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch sind fermentiert: Bakterien und Pilze säuern die Milch an und machen sie haltbar. Der Grad der Wärmebehandlung entscheidet über die Haltbarkeit:

Milch Eigenschaften Haltbarkeit
Vorzugsmilch Unbehandelte, nicht erhitzte Milch direkt von zur Vermarktung zugelassenen Bauernhöfen Kurze Haltbarkeit; Geöffnet: 2-3 Tage
Frischmilch Pasteurisierte Milch Gekühlt: bis zu 6 Tage; Geöffnet: 2-3 Tage
H-Milch Ultrahoch erhitzte Milch Ungeöffnet: 8 Wochen auch bei Zimmertemperatur; Geöffnet: 2-3 Tage
ESL-Milch Frischmilch mit verlängerter Haltbarkeit Ungeöffnet und gekühlt: 3 Wochen; Geöffnet: 2-4 Tage

Nudeln und Spätzle
Frische Teigwaren wie Nudeln, Spätzle und Gnocchi sind sehr keimanfällig. Gut gekühlt halten sie im Kühlschrank drei bis vier Tage. Nudelreste solltest du im obersten Kühlschrankfach aufbewahren. Dort halten sie ein bis zwei Tage. Indem du die gekochte Pasta in geschlossenen Behältern aufbewahrst, gehst du sicher, dass die Nudeln nicht hart werden.
Damit sich die Pasta möglichst lange hält, achte darauf, die Nudeln nur so lange zu kochen, bis sie bissfest sind. Wenn Spätzle und Gnocchi oben schwimmen, weißt du, dass sie fertig sind. Nach dem Kochen lässt du die Nudelreste am besten zwei bis drei Stunden auskühlen. So bildet sich später kein Schwitzwasser, das die Pasta matschig macht. Lass nach dem Kochen kurz kaltes Wasser über die Nudeln laufen, damit deine Pasta nicht zu einem Klumpen verkleben oder lass sie auf einem geölten Backblech verteilt auskühlen.
Getrocknete Nudeln sind mindestens bis zu einem Jahr haltbar. Wichtig ist, dass du sie bei Raumtemperatur, trocken und gut verschlossen lagerst. Der Grund: Wie andere Trockenwaren – beispielsweise Mehl, Müsli oder Tee – sind sie besonders anfällig für Schädlinge, wie zum Beispiel Motten.
 
Fleisch und Wurst
Fleisch und Wurst sind leicht verderbliche Lebensmittel und gehören somit direkt nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Im Sommer solltest du das Fleisch auch schon auf dem Weg nach Hause kühl transportieren: hier bieten sich Kühltaschen oder -boxen an. Auf einen Teller gelegt und mit Klarsichtfolie abgedeckt, bleibt rohes Fleisch im untersten Kühlschrankfach am längsten frisch. Achte darauf, dass der Fleischsaft nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommt, da sich darin Bakterien sammeln können.
Was für Fleisch gilt, ist auch für die Wurst nicht verkehrt. Angebrochene Gläser mit Kochwurst gehören genauso in den Kühlschrank wie Brüh- und Rohwurstaufschnitte. Nutze hierfür im Idealfall die unterste Ebene deines Kühlschranks. Generell empfiehlt es sich, Wurst lieber in kleinen Mengen zu kaufen, und zeitnah zu verbrauchen.
Wie lange rohes Fleisch und Wurst bei guter Aufbewahrung haltbar sind, ist abhängig von der Fleischsorte:

Fleischsorte Haltbarkeit
Rindfleisch 3-4 Tage
Schweinefleisch 2-3 Tage
Geflügelfleisch 2 Tage
Hackfleisch 1 Tag, gegart: 2 Tage
Aufgeschnittene Wurst 3 Tage
Wurst am Stück 6 Tage

Obst und Gemüse
Fast alle Gemüsesorten sind kühlschrankverträglich, nur Auberginen, Tomaten, Kartoffeln und Kürbis sollten lieber nicht so kalt lagern.
Schwieriger ist es beim Obst. Manche Obstsorten bewahren ihre Frische und Vitamine nur gut gekühlt in einer offenen Plastiktüte, andere reagieren empfindlich auf Kälte. Es gilt die Faustregel: Heimisches wie Apfel, Kirsche oder Zwetschge können kühl lagern, Exotisches wie Mango, Banane oder Zitrusfrucht gehört nicht in den Kühlschrank. Ausnahmen: Feigen und Kiwis.
Einige Obst- und Gemüsesorten entwickeln mit der Zeit das Reifegas Ethylen. Dieses sorgt dafür, dass anderes Obst und Gemüse in der Nähe schneller altert und verdirbt. Zu den besonders starken Ethylen-Produzenten gehören unter anderem Tomaten, Äpfel, Aprikosen und Pflaumen. Am besten kannst du das vorzeitige Verderben verhindern, wenn du diese Obst- und Gemüsesorten getrennt aufbewahrst.
Zu viel eingekauft? Sowohl Gemüse als auch Obst lassen sich gut einfrieren oder einkochen. In Essig oder Öl eingelegt sind Gemüsereste ebenfalls länger haltbar.
Durch Trocknen wird Obst haltbarer. Einfach auf Schnüre fädeln, zum Trocken aufhängen und in einem geschlossenen Behälter mehrere Monate lagern. Auch das Herstellen von Saft oder das Kochen von Marmelade sind gute Alternativen, um Obst haltbarer zu machen.

Quelle: www.zugutfuerdietonne.de/ac/tipps-fuer-zu-hause/richtig-lagern vom 02.02.2021

Gut planen

Lebensmittelwertschätzung beginnt nicht erst beim Kochen, sondern bereits beim Betreten des Supermarktes. Denn: Wer zu viel kauft, wirft am Ende auch viele Lebensmittel weg. Ein bedarfsgerechter Einkauf, gute Planung und ein regelmäßiger Blick in den Vorratsschrank machen nicht viel Arbeit – den Wocheneinkauf dafür aber umso leichter.
Wer kennt das nicht? Häufig hetzen wir ohne Plan und unter Zeitdruck durch die vollgestopften Gänge des Supermarkts und packen alles in den Wagen, das gut aussieht und uns verspricht, lecker und sättigend zu sein. Schnell kaufen wir mehr als wir essen können. Damit das nicht passiert und am Ende weniger Lebensmittel in den Müll wandern, ist gute Planung das A und O. Jeder planvolle Einkauf beginnt daher schon zuhause – mit dem Schreiben der Einkaufsliste. Erfahren Sie im Folgenden, wie Sie mit guter Planung Lebensmittelverschwendung reduzieren und somit nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel schonen können: Und das Beste: Gute Planung macht nicht viel Arbeit, den Einkauf dafür aber umso leichter. 

Vorräte überprüfen 
Verschaffen Sie sich regelmäßig einen Überblick darüber, welche Lebensmittel noch vorrätig sind. Mit einem täglichen Blick in Vorratsschrank und Kühlschrank, können Sie nachhalten, was vorhanden ist, was fehlt und was als Nächstes aufbraucht werden sollte. Neben frischen Zutaten gibt es Dinge, die regelmäßig gebraucht werden. Legen Sie eine Liste mit Lebensmitteln und den entsprechenden Mengen an, die in Kühlschrank, Vorratsschrank, Gefrierfach oder Gefriertruhe nicht fehlen sollten – das erleichtert den Überblick bei jeder Einkaufsplanung. 
Einen Überblick darüber, welche Lebensmittel zur Grundausstattung gehören können, haben wir hier zusammengestellt. Bei Bedarf kann sie ergänzt oder Lebensmittel gestrichen werden, die Sie nicht mögen.

Grundausstattung

Im Vorratsschrank Im Kühlschrank Im Gefrierschrank
·         Nudeln und Reis
·         Mehl und Backpulver
·         Haferflocken
·         Salz, Pfeffer und Zucker
·         Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch
·         Konserven 
·         Passierte Tomaten
·         Honig und Marmelade
·         Öl und Essig
·         Tomatenmark
·         Instantbrühe
·         Gewürze
·         Senf
·  Eier
·  Käse
·  Milch, Joghurt und Quark
·  Butter oder Margarine
· TK-Kräuter
· TK-Gemüse
· TK-Obst
· Fischfilet
· Brot

Im Voraus planen und Einkaufszettel schreiben
Kein Muss, aber auf lange Sicht ein sinnvoller Begleiter ist der Wochenplan. Was ist geplant? Bekommen Sie Besuch? Nehmen Sie einen Snack für den Tag mit? Überlegen Sie, was in den nächsten Tagen auf dem Speiseplan stehen könnte und notieren Sie auf einem Einkaufszettel alle Zutaten, die Sie dafür benötigen. So wissen Sie genau, was und wie viel eingekauft werden musst. Es kann außerdem hilfreich sein, dabei an die Verwertung von Resten zu denken. Wenn Sie ein bestimmtes Lebensmittel für mehrere Gerichte einplanen, bleibt am Ende der Woche weniger übrig. 

Bedarfsgerecht und maßvoll einkaufen
Kaufen Sie Frisches und leicht Verderbliches, wie zum Beispiel Fisch oder Fleisch, am besten erst dann ein, wenn Sie es brauchen – da es sich nicht sehr lange hält. Obst oder Gemüse können Sie auch im Voraus kaufen. Beides hält sich bei richtiger Lagerung einige Tage und ist auch mit kleinen Macken noch genießbar. Behalten Sie das auch beim Einkauf im Hinterkopf: Obst oder Gemüse, das nicht ganz perfekt aussieht, bleibt am Ende des Tages häufig übrig und landet im Müll. Dabei handelt es sich bei den kleinen Macken meist nur um Druckstellen oder Schönheitsfehler, die problemlos entfernt werden können. 

Zeit nehmen
Angebote und Großpackungen sind verlockend – besonders dann, wenn man in Eile ist. Die Gefahr, dass vieles davon am Ende in die Tonne wandert, ist jedoch besonders groß, da man so oft mehr kauft als man eigentlich braucht. Nehmen Sie sich also lieber etwas mehr Zeit beim Einkauf. Dann können Sie Ihren Bedarf hinterfragen und Zustand, Herkunft und Preise der Lebensmittel in Ruhe vergleichen. Damit sparen Sie zwar keine Zeit, dafür aber Geld und wertvolle Nahrungsmittel.

Quelle: www.zugutfuerdietonne.de/ac/tipps-fuer-zu-hause/gut-planen vom 16.02.2021